Von: Tamara | 1.Oktober 2025 | Kategorie: Allgemein
Wenn alte Gefühle plötzlich wieder auftauchen
Da sitze ich also – allein auf meiner Couch. Die Woche war voll, laut, voller Begegnungen und Termine. Eigentlich hatte ich mich nach diesem Moment gesehnt: Ruhe. Endlich wieder auftanken. Und trotzdem: Kaum komme ich endlich ein bisschen runter, schleicht sich dieses alte Gefühl an. Einsamkeit. Nicht bohrend, eher wie ein leises Hintergrundrauschen. Aber es ist da.
Und direkt taucht der Gedanke auf: „Wirklich? Jetzt noch? Ich dachte, ich bin schon weiter …“
Schließlich habe ich mich mit diesem Thema doch schon zigmal beschäftigt, habe reflektiert, Dinge anders gemacht, verstanden. Und trotzdem sitzt sie da – meine alte Bekannte. Einsamkeit.
Fast paradox: Wenn ich dauerhaft allein bin, kenne ich dieses Gefühl kaum noch. Aber nach viel Nähe, nach zu viel Input von außen, reicht ein einziger Abend auf der Couch – und plötzlich ist sie manchmal wieder da. Und ich frage mich: Warum eigentlich?
Das Muster hinter der Ablenkung
Es ist meist gar nicht besonders dramatisch, nur ein winzige Ziehen im Inneren. Ein kurzer Moment von Enge, der sich fast unbemerkt in meinen Körper schleicht. Ein undefinierbares Gefühl von Unbehagen und Leere.
Und was mache ich?
Klassiker: Video an, Schokolade raus – am besten alles gleichzeitig.
Dabei weiß ich es längst besser. Ich habe Werkzeuge, kenne die Mechanismen, habe sogar gelernt, wie ich mit solchen Gefühlen umgehen könnte. Und trotzdem – meist übergehe ich diesen Moment einfach und will die schnelle einfache Lösung haben: Konsumieren.
Resignation mischt sich mit Neugier. Denn irgendwo weiß ich: Genau das ist die Einladung. Das ist der Moment, in dem ich wirklich einen Schritt weitergehen könnte – tiefer mit mir selbst in Kontakt kommen. Und trotzdem erwische ich mich dabei, wie ich den leichten Weg wähle.
Dann taucht dieser Gedanke auf: „Ich dachte, ich wäre schon weiter. Ich dachte, ich würde diese Gelegenheiten endlich anders nutzen – so, wie ich es meinen Klient:innen immer empfehle. Aber nein, auch ich lenke mich ab. Wie alle anderen auch.“
Es läuft fast immer gleich ab. Das Gefühl schleicht sich an – ein diffuses Ziehen, kaum spürbar, irgendwo zwischen Brust und Bauch. Noch bevor ich es richtig greifen kann, sind meine Gedanken schon auf dem Weg zur Schublade: Schokolade.
Tee mache ich auch – für den Genuss, sage ich mir. Aber ich warte nie, bis der Tee fertig ist. Die Schokolade ist längst aufgegessen, während das Wasser noch kocht.
Der Tee ist eigentlich nur ein Vorwand, die Ablenkung noch ein bisschen zu verlängern.
Manchmal halte ich kurz inne, noch während ich zur Schokolade laufe. Eine kleine Stimme meldet sich: „Du könntest auch einfach mal fühlen, jetzt gerade.“ Und trotzdem: Der leichte Weg ist einfach zu verlockend. Zumindest, solange Schokolade da ist.
Wenn keine da ist – und auch nichts anderes, das als Trost dienen könnte – dann bleibt mir nichts anderes übrig, als das Gefühl wirklich zuzulassen. Aber meistens achte ich schon darauf, dass immer irgendwas da ist.
Jeder hat sein eigenes Notfall-Set
Ob Schokolade, Zigaretten, Netflix oder das ziellose Scrollen durch Social Media – Jede:r hat sein eigenes Ablenkungs-Notfall-Set.
Früher waren es bei mir die Zigaretten. Nach einem kleinen Rückfall letztes Jahr und weil in meinem Umfeld wieder geraucht wird, schleicht sich dieser Gedanke manchmal auch wieder ein – aber den lasse ich inzwischen nicht mehr zu. Heute ist es eben meistens die Schokolade. Für andere ist es vielleicht etwas ganz anderes.
Psychologisch betrachtet sind wir Menschen ziemlich simpel gestrickt: Schmerz vermeiden, Lust vermehren – das ist unser inneres Grundprogramm.
Ein Enggefühl im Körper? Unangenehm. Da greift das Gehirn lieber zu altbewährten Mitteln, die kurzfristig Erleichterung verschaffen.
Das Lustgefühl, das ein Stück Schokolade oder eine Zigarette auslöst, hält meist nur Sekunden. Dann kommt oft schon das nächste unangenehme Gefühl hinterher – Unzufriedenheit, Frust, manchmal sogar körperliches Unwohlsein. Besonders bei Suchtmitteln wie Zigaretten merkt man das sofort.
Typische Auslöser gibt es viele: Stress, zu wenig echte Pause, manchmal auch einfach nur unterschwellige Unzufriedenheit mit der eigenen Lebenssituation.
Und oft sind es gerade die Pausen selbst, die diese Gefühle hochspülen – weil dann plötzlich Raum für Langeweile und innere Unruhe entsteht.
Ich glaube, wir arbeiten in Schichten an uns.
Mit jeder neuen Situation, die uns herausfordert, wird eine andere Schicht sichtbar. Manchmal sind es alte Situationen, die nie wirklich verarbeitet wurden – sie triggern Erinnerungsmuster, die mit bestimmten Gefühlen verknüpft sind.
Und auch wenn die Schleifen inzwischen kürzer und weniger heftig sind als früher: Es bleibt immer wieder dieser kleine Moment, den man einfach mal überbrücken müsste.
Gerade bei alten Programmen oder suchtverursachenden Substanzen braucht es manchmal richtig viel Willenskraft, diese kleinen Momente einfach auszuhalten, ohne wieder zum gewohnten Mittel zu greifen.
Warum Rückfälle oft keine Rückschritte sind
„Heilung verläuft nicht linear.“ Das sagt mein Vater oft – und je länger ich mich mit diesen Prozessen beschäftige, desto mehr leuchtet mir das ein.
Wir sind es gewohnt, Zeit als eine gerade Linie zu sehen: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft – eins baut auf dem anderen auf. Doch eigentlich, wenn man der Quantenphysik glaubt, ist Zeit vielmehr eine periodische Schwingung, ein Feld: Alles schwingt, alles ist miteinander verbunden, vieles passiert gleichzeitig und beeinflusst sich gegenseitig.
Auch unser Inneres ist kein aufgeräumtes Bücherregal, bei dem ein Thema nach dem anderen abgearbeitet wird. Es sind mentale Felder, die sich durch unsere Gedanken und Überzeugungen bilden – und ständig auf uns zurückwirken. Dazu kommen emotionale Spuren, die durch Erfahrungen geprägt sind, und noch die spirituelle Ebene, unsere Seele, die still im Hintergrund wirkt.
Wenn wir also in alte Gedankenmuster zurückfallen – gewohnte Autobahnen im Kopf, die schon tausend Mal befahren wurden – dann wird sofort das ganze alte Paket aktiviert: Vertraute Gefühle, eingelagerte Emotionen, manchmal sogar körperliche Reaktionen. Als würde man einen Sack Flöhe öffnen: Kaum ist einer draußen, springen die anderen gleich hinterher.
Darum fühlt es sich manchmal so an, als wären wir „wieder am Anfang“. In Wirklichkeit arbeiten wir aber auf immer neuen Ebenen – mal mental, mal emotional, mal energetisch oder körperlich. Jede „Wiederholung“ ist eine neue Chance, eine alte Schleife ein Stück weiter zu lösen, ein Update zu installieren, anstatt einfach nur in die Vergangenheit zurückzufallen.
Tief sitzende Muster brauchen mehr als Gedankenarbeit
Gedankenarbeit allein reicht fast nie aus. Die wirklich tiefsitzenden Überzeugungen und Muster liegen oft weit unterhalb der Ebene des bewussten Verstandes – in Bereichen, die wir mit Methoden wie Theta Healing, also in einer besonderen Gehirnfrequenz, viel besser erreichen können. Dort, wo die Veränderung wirklich passiert.
Wenn wir nur „im Kopf“ analysieren und verstehen, bleibt vieles Theorie – und der Verstand ist bekanntlich ziemlich beschränkt, wenn es um tiefgreifende Transformation geht. Das ist auch einer der Gründe, warum reine Gesprächspsychotherapie oft nicht die erhoffte Veränderung bringt: Man weiß dann zwar, warum xy so ist und warum man sich auf eine bestimmte Weise verhält, aber man kann es trotzdem nicht ändern.
Es braucht die Arbeit auf mehreren Ebenen: Mit dem Körper, in dem alte Emotionen gespeichert sind. Mit den Energie- und Mentalfeldern, die sich durch unsere Überzeugungen und Erfahrungen gebildet haben. Und mit der spirituellen Ebene, die oft im Hintergrund alles zusammenhält. Heilung ist ein multidimensionales Spiel – und jeder kleine Schritt zählt.
Was wirklich hilft, wenn alte Themen zurückkommen
Was hilft, wenn alte Gefühle und Muster wieder auftauchen?
Für mich hat sich ein Mittelweg bewährt: Mitgefühl und Akzeptanz statt ständiger Selbstoptimierung – aber auch nicht einfach alles nur liebevoll „umarmen“ und nichts verändern.
Denn manchmal ist das ständige Tun und Optimieren genau der Grund, warum sich etwas nicht wirklich löst. Nur alles zu akzeptieren, ohne jemals aktiv zu werden, bringt uns aber auch nicht unbedingt weiter. Ein bisschen von beidem also.
Was wirklich hilft, ist meist gar nichts Spektakuläres.
Das Erste ist oft: den Körper wieder spüren.
Sich selbst erlauben, für einen Moment ganz im eigenen Körper anzukommen – das Herz zu fühlen, die Füße auf dem Boden, die Atmung.
Manchmal reicht es, kurz innezuhalten und mit dem Fokus auf die Füße oder ins Herz zu gehen.
Oder den Körper zu bewegen, zu tanzen, sich zu schütteln, einen Spaziergang durch den Wald oder – in meinem Fall mitten in Berlin – durch den Tiergarten zu machen. Die Natur hilft, wieder zu sich zu kommen und die Gedanken zu beruhigen.
Atemübungen können Wunder wirken, gerade bei zu viel Gedankenchaos. Im Kundalini Yoga gibt es viele kraftvolle Atemmeditationen; auch wenn ich sie meist nur im Kurs mache, bin ich jedes Mal überrascht, wie sehr sie wirken.
Manchmal hilft es, sich Unterstützung zu holen – etwa bei Theta Healing oder anderen energetischen Methoden. Ich lasse mich dabei lieber begleiten, weil es oft leichter ist, mit einem Gegenüber wirklich in die Tiefe zu gehen.
Und vor allem: bewusste Pausen. Immer wieder. Kleine Momente im Alltag, in denen ich reinspüre – vor allem in die Füße, für gute Erdung.
Mit der Zeit habe ich gelernt, schneller in einen Zustand innerer Stille zu kommen. Vieles davon habe ich in meiner Sat Nam Rasayan-Ausbildung (Kundalini Yoga) gelernt.
All das sind Einladungen, Dir selbst mit mehr Freundlichkeit zu begegnen. Nicht alles wegmachen zu wollen – und auch nicht in Ohnmacht zu verharren. Sondern immer wieder ein Stück mehr bei Dir anzukommen, mit dem, was gerade ist.
Du musst das nicht allein schaffen
Vielleicht kennst Du diese Momente auch. Vielleicht hast Du sogar Dein ganz eigenes „Ablenkungs-Notfall-Set“, wenn alte Gefühle wieder anklopfen.
Du musst damit nicht allein bleiben.
Schau Dich gern auf meiner Seite um – bei einem Gespräch können wir Dir aus meinem Angebot ein individuell zusammenstellbares Pakete schnüren, das Dich auf Deinem ganz eigenen Weg begleitet.
Mehr Selbstfürsorge, mehr Körperbewusstsein, weniger Drama im Leben. Gemeinsam entwickeln wir ein Konzept, das wirklich zu Dir passt.
Und falls Du direkt etwas für Dich tun möchtest:
Meine gratis Audio-Reise „Somatic Flow“ hilft Dir, Stressgefühle besser zu regulieren und die Verbindung zu Deinem Körper zu vertiefen. Damit Du auch im Alltag immer wieder kleine Anker setzen kannst.
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Ich freue mich, Dich auf Deinem Weg zu begleiten – in Deinem Tempo, mit all der Wertschätzung, die Du verdienst.

