Angst, Körperverbundenheit & Hoffnung

Von: Tamara | 1.März 2026 | Kategorie: Allgemein

Wie Du in stürmischen Zeiten wieder bei Dir ankommst

Seit einiger Zeit erscheint mir die Welt immer mehr wie eine Collage aus Gegensätzen: Hier Bilder von Krieg, Katastrophen, grausamen Enthüllungen, Angst und Zerstörung – dort Licht, Verbundenheit, Gemeinschaft, Übergang in eine menschenwürdigere Welt. Manchmal scheint es, als könnte das alles gleichzeitig passieren und die Idee oder Annahme, dass es verschiedene Parallelwelten gibt, wirkt für mich erstaunlich real.

Ich spüre diese Spannung nicht nur in den Nachrichten oder Social Media, sondern auch in Gesprächen mit Freunden. Manche Menschen in meinem Umfeld wirken erstaunlich gelassen – fast als hätten sie eine direkte Leitung zum Göttlichen, als wüssten sie: „Das große Theater auf der Weltenbühne wird sowieso bald zusammenfallen, und eine neue, bessere Zeit beginnt.“ Andere wiederum sind von Angst und Zweifel durchdrungen, schwanken zwischen Ohnmacht und Alarmbereitschaft.

Und ich? Ich finde mich irgendwo dazwischen wieder. Mal mehr auf der Seite des Vertrauens, mal kämpfend mit der unterschwelligen Angst. Besonders in den letzten Wintermonaten in Berlin habe ich diese unterschwellige Anspannung oft gespürt – wie einen leisen Unterton, der alles begleitet. Doch jetzt, während ich meine Auszeit auf den Kanaren genieße, umgeben von Sonne, Meer und Weite, ist da plötzlich mehr Leichtigkeit. Als ob eine Art schwerer Mantel, der auf mir lag, abgehoben wurde.

Was ist Angst – und warum spüren wir sie gerade jetzt so stark?

Angst fühlt sich für mich an wie eine Dichte im Kopf – ein endloses Gedankenkreisen, das ununterbrochen nach Lösungen sucht und doch immer wieder im Kreis läuft, weil keine wirkliche Lösung greifbar scheint. Im Körper zeigt sie sich als Enge, als würde irgendetwas alles zusammenziehen und den natürlichen Fluss blockieren.

Angst definiere ich als Erwartung eines negativen Gefühls, das als unerträglich eingestuft wird, ausgelöst durch ein Ereignis. Es bezieht sich daher eigentlich grundsätzlich immer auf die Zukunft. Die Annahme des Eintreten eines Ereignisses, das negative Folgen für mich hat. Dies kann einfach unangenehme Gefühle (wie Trauer, Frustration, Resignation u.ä.) betreffen oder auch unangenehme körperliche Empfindungen, Schmerzen bis hin zur Auslöschung der eigenen Existenz. Es hat somit generell nichts mit dem Jetzt und der Gegenwart zu tun sondern immer mit der näheren oder entfernteren Zukunft.

Viele Menschen erleben gerade Zeiten des Umbruchs – sei es im persönlichen, beruflichen oder gesellschaftlichen Kontext. Vielleicht stehst Du selbst an einem Punkt, an dem Veränderungen anklopfen: Ein neuer Lebensabschnitt durch Jobwechsel, Trennung, der Wunsch, alte Muster hinter Dir zu lassen, oder die Sehnsucht, an einem anderen Ort zu leben. Genau in solchen Phasen tritt Angst besonders häufig auf. Sie äußert sich als innere Hemmung, als zögerndes Zurückschrecken vor dem nächsten Schritt, kreisende Gedanken ohne Lösung, als innere Unklarheit und Zwiespältigkeit. Echte Veränderungen werden dadurch verhindert – selbst wenn Du sie Dir eigentlich wünschst.

Dass auch generell kollektiv Angst heute sehr präsent ist, liegt sicherlich einerseits an den realen Veränderungen, die wir direkt spüren – Jobverlust, Insolvenzen, steigende Lebenshaltungskosten oder plötzliche Krankheitsfälle und Todesfälle im eigenen Umfeld. Das alles schafft eine Atmosphäre, in der Angst nicht mehr nur ein individuelles Gefühl ist, sondern wie ein Grundrauschen in der Luft liegt.

Aber zum Anderen erscheint es mir auch manchmal, als würde das auch die öffentliche Berichterstattung geschürt werden: Die Medien lassen selten eine Gelegenheit aus, selbst ganz normale Ereignisse – wie 25 Grad im Sommer oder Schnee und Eis im Winter – als potenziell gefährlich zu kommunizieren. Die Alarmstufe wird ständig erhöht, auch bei Zuständen, die vor ein paar Jahren noch völlig normal waren. Dazu kommen die Nachrichten zu all den politischen Spannungen und Krisen, die ständig vor der Bedrohung eines Feindes warnen.

Für mich gibt es bei der Angst einen klaren Unterschied: Zum einen die klare realistische instinktive Reaktion mit Herzklopfen und/oder Schweißausbruch verbunden, in einer kritischen Situation (wenn ich zb im Dunklen merke, dass mir jemand folgt oder wenn ich über einen etwas größeren Felsspalt springen möchte oder ähnliche die Urinstinkte betreffende Situationen), in der es darum geht sich aus der Gefahrenzone zu bewegen. Und dann gibt es aber noch die diffuse, unterschwellige Grundangst, die sich wie ein Schleier über mich legt, wenn ich zu viele Nachrichten konsumiere oder wenn ich mich nicht traue etwas Altes zu beenden und ins Ungewisse zu starten. Wenn hier etwas hochkocht und aber unbewusst bleibt, kann auch diese sich meiner Erfahrung nach als Herzklopfen oder -rasen zeigen.

Mein Weg mit der Körperanbindung

Diese Körperanbindung – das bewusste Spüren, Wahrnehmen, Lauschen nach innen – begleitet mich fast ständig durch meinen Alltag. Egal, ob ich irgendwo stehe oder sitze, erinnere ich mich immer mal wieder daran, zum Beispiel meine Füße auf dem Boden zu spüren. Immer wieder mache ich kleine, spontane Bodyscans, ganz ohne festen Ablauf: Ich fühle in meinen Körper hinein, registriere Verspannungen oder Wohlgefühle, nehme wahr, was gerade „anspringt“, und lasse es weiterziehen.

Gerade in der Natur wird diese Verbindung für mich besonders lebendig. So zum Beispiel kürzlich an einem neuen Strand, der mich erstaunlich tief berührt hat. Erst saß ich eine halbe Stunde im Sand, beobachtete die größeren Wellen, wie sie donnernd und mit sprühender Gischt brechend anrollten. Dann, beim Tanzevent in den Sonnenuntergang, mit Kopfhörer und einer magischen Musikreise im Ohr, war ich plötzlich mittendrin – tanzend an der Brandung, mit dem Wasser, mit der Sonne, mit der Musik und den anderen, die ebenso wie ich für sich diese Reise erlebten. Es war, als würde sich mein Körper im Glück auflösen, getragen von Klang, Wasser und Licht. Ein Glücksgefühl, das so umfassend war, dass ich es kaum in Worte fassen kann.

Seit ich bewusster merke, wie Orte, Erlebnisse und selbst kleine Alltagsmomente auf meinen Körper wirken, kann ich viel klarer wählen, womit ich meine Zeit verbringe. Ich fühle mich mehr im Einklang mit meiner Seele – als würde sie mir über meinen Körper zeigen, was gerade richtig und gut für mich ist.

Der Körper als Schlüssel: Wie Körperverbundenheit helfen kann, Angst zu regulieren

Wenn es gerade nicht um eine akute Gefahrenlage geht, sondern mehr um das diffuse Hintergrundrauschen hilft es mir, wenn ich die Angst bewusst im Körper wahrnehme – anstatt sie zu verdrängen oder wegzudrücken – auch wenn das im ersten Moment ziemlich konfrontierend sein kann. Manchmal spitzt sich das Gefühl sogar kurz zu, als würde die Angst noch einmal lauter werden, sobald ich ihr meine ganze Aufmerksamkeit schenke. Doch genau darin liegt der Schlüssel: Denn meistens folgt auf diese Zuspitzung ein Release, ein Nachlassen der Dichte. Es ist, als würde allein das bewusste Hinspüren und das Anerkennen der Angst dem Körper ermöglichen, wieder ins Fließen zu kommen.

Manchmal reicht es schon, einfach nur zu beobachten, was ist – die Enge spüren, die Atmung wahrnehmen, die kleinen oder großen Bewegungen im Körper zulassen. Und manchmal nehme ich eine meiner Methoden zur Hilfe: „Schmetterlingstapping der Oberarme“, den Körper schütteln, in die Natur gehen und mich mit den Bäumen verbinden oder meine Augenpositionsübung, die es in meinem Freebie gibt. All das sind Wege, wie ich die Intelligenz meines Körpers nutze, um die Angst nicht festzuhalten, sondern sie durch mich hindurchziehen zu lassen.

So wird der Körper für mich zum Schlüssel – um die Angst zu transformieren. Alle Emotionen sind Energiedichten, die sich auch wieder lösen können, wenn wir sie lassen und nicht durch Unterdrückung im Körper einfrieren. Wenn Du aus dem Kopf zurück ins Spüren kommst, gelangst Du vom Grübeln ins Erleben, von der Enge in die Weite.

Konkrete Tipps für den Alltag: Wie Du durch den Körper mit Angst arbeiten kannst

Vielleicht fragst Du Dich jetzt: Wie komme ich überhaupt aus dem Kopf zurück in den Körper? Es braucht kein kompliziertes Programm – manchmal reichen schon ein oder zwei kleine Rituale, die Du regelmäßig übst, damit Du sie auch dann parat hast, wenn es drauf ankommt. Je vertrauter Du mit ihnen bist, desto leichter kannst Du sie auch in Akutsituationen anwenden.

Hier ein paar meiner liebsten Alltagsübungen:

  • Bewusste Atmung: Setz Dich hin oder bleib stehen und beobachte einfach Deine Atmung, ohne sie verändern zu wollen. Lass sie kommen und gehen, wie sie mag. Allein das Beobachten bringt Dich ins Jetzt.
  • Barfußgehen auf Gras oder Erde: Geh im Sommer barfuß über Wiese oder Boden. Spüre die Erde unter Deinen Füßen, wie sie Dich trägt. Das hilft, Dich zu erden und aus kreisenden Gedanken auszusteigen.
  • Kontakt zum Herzen: Lege eine Hand auf Dein Herz, schließe die Augen und spüre hinein. Nimm wahr, wie es schlägt, wie sich Dein Brustkorb hebt und senkt. Das schafft Verbindung zu Dir selbst und beruhigt das Nervensystem.
  • Bodyscan: Immer mal wieder den Körper durchwandern, Verspannungen oder Wohlgefühle entdecken und ihnen liebevolle Aufmerksamkeit schenken. Einfach nur wahrnehmen – das genügt.
  • Somatisches Schütteln: Stell Dich hüftbreit hin, wippe locker in den Knien, lass Arme, Schultern und Kiefer ganz weich werden. Öffne den Mund leicht, atme durch die Nase ein und durch den Mund aus. Lass alles schlenkern, so wie es kommt. Fünf bis zwanzig Minuten – und Du wirst spüren, wie etwas in Dir ins Strömen kommt und die Verbindung zur Erde wächst.

Es ist nie zu spät, damit anzufangen. Such Dir ein oder zwei Übungen aus und mach sie einfach mal konsequent – jeden Tag fünf Minuten. Je vertrauter Dir die Praxis ist, desto leichter kannst Du sie abrufen, wenn es wirklich darauf ankommt.

Wie Körper und Bewusstsein zusammenwirken

Für mich bedeutet Spiritualität im Alltag, mit allem, was ist, einfach mal sein zu können. Gerade in herausfordernden Momenten – wenn Angst da ist oder ein Trigger mich erwischt – ist es echte gelebte Spiritualität, präsent zu bleiben. Atmen. Im Jetzt sein. Nicht in die Vergangenheit oder die Zukunft flüchten, sondern hier, mit mir, im Augenblick. Aus dieser Verbindung entsteht oft plötzlich Klarheit: Der nächste Schritt zur Lösung taucht wie von selbst aus dem Inneren auf. Ganz anders als in den Momenten, in denen mein Kopf allein nach Lösungen sucht und sich dabei immer weiter im Kreis dreht.

Wenn ich merke, dass ich wieder abschweife – in alte Stressfilme, in Gedankenfluchten oder Vermeidungsmanöver – hilft es mir, meine Aufmerksamkeit konsequent zurück in den Körper zu holen. Ich mache dann eine meiner kleinen Bewusstseinsübungen, verlagere die Wahrnehmung in den Körper, schaue und fühle aus einer neuen Perspektive auf das, was gerade ist. Genau dadurch bleibe ich mit dem echten Leben verbunden, statt mich in Wunschdenken oder Ablenkung zu verlieren.

Für mich ist der Körper kein bloßes Vehikel – er ist durchdrungen von Bewusstsein, von Licht. Eigentlich bestehen wir auf tiefster Ebene aus Licht, aus Elektronen und ganz viel freiem Raum. Mein Gefühl: Das, was wir „Unterbewusstsein“ nennen, macht sich durch Gefühle, Verspannungen oder Schmerzen bemerkbar – verdichtete Energie, die uns auf etwas aufmerksam machen will. Und genauso, wie sie entstanden ist, kann sie sich auch wieder lösen – durch liebevolle Bewusstheit, durch Energie im Fluss. Klar: Wenn sich die Dichte durch jahrelange Verdrängung in Krankheiten manifestiert hat, braucht es manchmal mehr Geduld und Einsatz. Aber der Weg zurück zu Dir selbst beginnt immer im Spüren – und im Annehmen dessen, was gerade da ist.

Ausblick & Einladung

Vielleicht hast Du Dich in meinen Worten wiedergefunden – mit Deiner eigenen Angst, Deiner Unsicherheit oder dem Wunsch, Dich endlich wieder lebendig und verbunden zu fühlen. Mir ist wichtig, dass Du weißt: Du bist damit nicht allein. Es gibt Wege, mit diesen Gefühlen umzugehen, sie zu transformieren und daraus Kraft zu schöpfen. Und manchmal reicht schon ein kleiner Impuls, ein paar Minuten bewusste Aufmerksamkeit für Deinen eigenen Körper, um wieder Hoffnung und Vertrauen zu spüren.

Gerade in Zeiten von Umbruch oder Veränderung, wenn Du spürst, dass eigentlich etwas Neues ansteht, aber die Angst Dich hemmt, ist es besonders wichtig, liebevoll mit Dir selbst zu sein. Du bist damit nicht allein – solche Phasen gehören zum Leben dazu, und es gibt Wege, mit diesen Gefühlen umzugehen, sie zu transformieren und daraus Kraft zu schöpfen.

Wenn es Dir schwerfällt, diesen Kontakt zu Dir selbst oder zu Deinem Körper allein herzustellen oder Du Unterstützung brauchst, um aus der Angst und dem inneren Stillstand herauszufinden, lade ich Dich herzlich zu meinem Online-Workshop am 20.03.26 von 12:00 -14:00 ein. Gemeinsam gehen wir Schritt für Schritt in die Körperanbindung, erforschen, wie Du Angst und Anspannung im Körper wahrnehmen und lösen kannst. Du musst dafür nichts „können“ – nur bereit sein, Dich führen zu lassen und Dich auf neue Erfahrungen einzulassen.
Für weitere Info schreib mir einfach eine Mail.

Wenn Du eine noch individuellere Begleitung wünschst melde Dich gern für ein kostenloses Kennenlerngespräch.

Manchmal braucht es einfach jemanden, der Dich an die Hand nimmt und Dir neue Wege aufzeigt. Ich freue mich, wenn ich Dich dabei begleiten darf!